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Medien und Versicherungswirtschaft predigen in zunehmendem Maße die private Vorsorge – doch die praktische Erfahrung unabhängiger Versicherungsmakler wie mir ist, dass genau diese einem erheblichen Teil der Bevölkerung versperrt bleibt. Schon ein Bandscheibenvorfall kann ausreichen, die Suche nach einer Berufsunfähigkeitsversicherung sinnlos zu machen, von anderen Krankheitsbildern ganz zu schweigen. Und dabei bedeutet manche Erkrankung heutzutage nicht notwendigerweise eine Beschränkung der Lebensqualität oder Lebenserwartung. Wer aber in den zahlreichen Gesundheitsfragen der Versicherer ein „Ja” ankreuzt, ist möglicherweise schon nicht mehr versicherbar. Diese Seite geht daher der Frage nach, welche Möglichkeiten im Versicherungsbereich für Menschen mit schweren oder chronischen Vorerkrankungen aktuell bestehen und worauf zu achten ist.
Für welche Versicherungen schwere oder chronische Vorerkrankungen keine Rolle spielen
Nicht in allen Bereichen bedeuten Vorerkrankungen eine Erschwernis für den Abschluss von Versicherungen. Was man dazu wissen sollte.
Grundsätzlich keine Probleme mit schweren oder chronischen Erkrankungen gibt es im so genannten Sachbereich, also beim Abschluss einer Privathaftpflicht-, Hausrat-, Wohngebäude-, Kfz- oder z. B. Rechtsschutzversicherung. Denn hier ist der Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers nicht von Relevanz. Ebenso wenig beim Abschluss reiner Altersvorsorgeverträge, also Rentenversicherungen (auch Riester, Rürup oder Entgeltumwandlungen) ohne Todesfallleistung und ohne Einschluss von Berufsunfähigkeits- oder Erwerbsunfähigkeitsbausteinen. Und selbst im Bereich der Krankenversicherung gibt es Ausnahmen: Für den Abschluss einer privaten Zahnzusatzversicherung, die z. B. für Zahnersatz oder professionelle Zahnreinigung leistet, sind alle Erkrankungen, die nicht mit den Zähnen oder dem Zahnfleisch zu tun haben, uninteressant.
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Erwerbsunfähigkeit: jetzt auch bei schweren oder chronischen Erkrankungen versicherbar
Seit Januar 2011 bietet erstmals ein Lebensversicherer in Deutschland Schutz durch eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung, die auch für Menschen mit schweren oder chronischen Vorerkrankungen abschließbar ist. Voraussetzung ist nur, dass noch keine Erwerbsunfähigkeit oder Pflegebedürftigkeit besteht und dass in der Vergangenheit noch kein Antrag auf Abschluss einer entsprechenden Versicherung abgelehnt wurde.
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Private Unfallversicherung trotz Vorerkrankungen
Da Menschen mit schweren oder chronischen Vorerkrankungen (aber auch mit einer Vorgeschichte im psychologischen Bereich) nach heutigem Stand häufig der Neuzugang zu Berufsunfähigkeitsversicherungen versperrt ist, bleiben als „etwas tiefer hängende Auffangnetze” zum Schutz vor Einkommenseinbußen durch Invalidität nur die Unfallversicherung und neuerdings auch die Erwerbsunfähigkeitsversicherung (siehe Erwerbsunfähigkeit: jetzt trotz Vorerkrankungen versicherbar).
Die private Unfallversicherung ist dabei aufgrund ihres Schutzumfangs die „kleinste”, mit Abstand aber auch die preisgünstigste Lösung und kann aufgrund ihrer anderen Leistungsdefinitionen sogar bei vorhandener Berufs- oder Erwerbsunfähigkeitsversicherung gelegentlich eine interessante Ergänzung darstellen. Auch hier allerdings werden von den meisten Anbietern am Markt Gesundheitsfragen gestellt, und bei einem „Ja” in den oben genannten Gesundheitsbereichen steht ein Antrag unter keinem guten Stern.
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